Neue Zahlen zu Digitalabos bei Verlagen: sie bleiben katastrophal

Neue Zahlen zeigen, dass die Digitalabos für Nachrichteninhalte auf einem katastrophalen Stand bleiben. Grund ist die fehlende Innovationsbereitschaft der Verlage.

Reuters veröffentlicht jährlich einen globalen Bericht zum Medienverhalten und Nachrichtenkonsum. Die Zahlen für Deutschland sind wenig erfreulich: Nur 13 % der Deutschen zahlen für digitale Nachrichteninhalte, was keine Veränderung gegenüber den Vorjahren darstellt. Gleichzeitig bleibt das Vertrauen in die Medien auf einem historischen Tiefststand, wobei nur 45% der Deutschen den Nachrichtenmedien vertrauen. Zum Vergleich: 2015 waren es noch 60%.

Aus meiner Sicht sind die harten Paywalls und die fehlende Innovationsbereitschaft von Verlagen Haupttreiber des Untergangs. Klar: es gibt Social Media, es gibt KI. Wer aber ständig jammert und Verantwortung abschiebt, ist jedoch Teil des Problems. Verlage verzeichnen auf ihren Websites Bounce-Rates (Absprünge) von fast 100% – seit Jahren. „Wer nur häufig genug vor die Bezahlschranke rennt, wird schon konvertieren“. Dieser Leitsatz war, ist und bleibt falsch. In der Zwischenzeit suchen sich die Leserinnen und Leser völlig andere Plattformen oder nutzen das, was Napster früher für Musik war: Archiv-Dienste.

Verlage versuchen durch Überschriften mehr Abonnements zu generieren, was jedoch oft zu Enttäuschung führt und das Vertrauen weiter untergräbt. Diese Praxis erweist sich nicht nur als ineffektiv bei der Gewinnung neuer Abos, sondern schadet auch der Glaubwürdigkeit der Medien insgesamt.

Es gibt leider nur wenige Verlage, die neue und innovative Wege gehen und die digitale Transformation als echte Transformation und nicht als Digitalisierung von Papier verstehen.

Es ist an der Zeit, dass Verlage ihre Strategien grundlegend überdenken. Doch schaffen es die aktuellen Akteure in der Verlagswelt? Ich habe meine Zweifel. Das ist bitter. Für die Verlage und für unsere Demokratie.

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